"Wenn ich meine Augen aufschlage...
... so muss ich seufzen, denn was ich sehe, ist gegen meine Religion, und die Welt muss ich verachten, die nicht ahnt, dass Musik höhere Offenbarung ist als alle Weisheit und Philosophie, sie ist der Wein, der zu neuen Erzeugungen begeistert, und ich bin der Bacchus, der für die Menschen diesen herrlichen Wein keltert und sie geistestrunken macht, wenn sie wieder nüchtern sind, dann haben sie allerlei gefischt, was sie mit aufs Trockne bringen.
Keinen Freund habe ich, ich muss mit mir alleine leben; ich weiß aber wohl, dass Gott mir näher ist wie den andern in meiner Kunst, ich gehe ohne Furcht mit ihm um, ich hab ihn jedesmal erkannt und verstanden, mir ist auch gar nicht bange um meine Musik, die kann kein bös Schicksal haben, wem sie sich verständlich macht, der muss frei werden von all dem Elend, womit sich die andern schleppen.“
Ludwig v. Beethovens, zitiert von Bettine Arnim in einem Brief an Johann W. v. Goethe